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Die niederländische Regierung beschließt Kaffeebecher aus Papier mit biobasierter Beschichtung zu recyceln

In den letzten Jahren hat die niederländische Regierung das Thema Nachhaltigkeit zu einem der Eckpfeiler ihrer Politik gemacht. Diese Verpflichtung spiegelt sich auch in der verstärkten Verwendung von biobasierten Produkten wider, die ganz oder teilweise aus erneuerbaren Ressourcen, d. h. Pflanzen, stammen. Nun beschloss die Regierung, Maßnahmen gegen den Einsatz von biologisch nicht abbaubaren Plastikbechern zu ergreifen, die noch immer an vielen Arbeitsplätzen verwendet werden. Inzwischen haben sich verschiedene Unternehmen und Regierungen bereits für den großflächigen Einkauf von nachhaltigen Heißgetränkebechern entschieden. Die niederländische Regierung blieb nicht zurück und entschied sich ebenfalls, Pappbecher mit Polymilchsäure (PLA) -Beschichtung zu kaufen. PLA ist ein biobasierter und kompostierbarer Kunststoff. Bis 2017 wurden diese PLA-Becher jedoch in einer Müllverbrennungsanlage thermisch verwertet, also verbrannt. Aus diesem Grund haben die Einkäufer der Regierung Wageningen Food & Biobased Research und TNO gebeten, eine Umweltanalyse durchzuführen. In dieser Studie wurden zwei End-of-Life-Wege nach getrennter Sammlung der gebrauchten PLA-Becher verglichen: Recycling versus Digestion/Verrottung plus Kompostierung. Der Bericht hat gezeigt, dass recycelte Becher insgesamt eine bessere Umweltbilanz haben. (Leider nur auf Niederländisch verfügbar).

End-of-Life-Szenarien / Entsorgungsoptionen
Im Mittelpunkt dieser Untersuchung standen die Umweltauswirkungen dieser beiden unterschiedlichen Verarbeitungswege und die Suche nach der nachhaltigsten Möglichkeit, den Kreislauf biobasierter Kaffeebecher zu schließen. Papierbecher können aufgrund ihrer durchnässungsfesten PLA-Beschichtung typischerweise nicht im allgemeinen Papierabfall entsorgt werden. Allerdings ist dies sehr wohl möglich, wenn die Beschichtung von der Papierfaser getrennt wird. Die Analyse hat ergeben, dass bis zu 89% der gesammelten Becher aus hochwertigem Papier bestehen und daher sehr gut recycelbar sind. Die weggeworfenen Becher können in einer Papierfabrik beispielsweise in Toilettenpapier und -tücher umgewandelt werden. Der andere Weg am Ende der Lebensdauer ist die Digestion/Verrottung der Becher, um Biogas zu erzeugen - und anschließend aus dem Gärrest wertvollen Kompost zu produzieren.

Umweltbilanz
Um einen Einblick in die gesamten Umweltauswirkungen beider Lebenswege zu geben, haben Wissenschaftler die Umweltkosten von Landnutzung, Pestiziden, CO2-Emissionen und Schadstoffen berechnet. Basierend auf den Gesamtergebnissen wurde gezeigt, dass recycelte Becher eine bessere Umweltleistung aufweisen. Die Forschung hat auch gezeigt, dass durch Recycling die Verwendung der sogenannten Primärpulpe verhindert werden kann. Diese Ersparnis von Primärzellstoff vermeidet dann in ganz wesentlichem Umfang die Umweltkosten der Holzwirtschaft. Der Weg der Digestion/Verrottung kann jedoch auch angewendet werden, um zusätzlich Vorteile für die Umwelt zu erhalten. Berücksichtigt man nur den Klimawandel (CO2-Emissionen), so schneidet dieser Aufschlussweg sogar besser ab als das Recycling, da die Nutzung der Faulgase die Verbrennung von Erdgas und damit weitere CO2-Emissionen vermeidet.

Der Recycling-Weg von "Collect a Cup"
Als Spezialisten für biobasierte (Heißgetränke-) Becher halten wir es für sehr wichtig, die nachhaltigsten Möglichkeiten am Ende des Lebens unserer Produkte zu bieten. Aus diesem Grund haben wir uns entschlossen, einen flexiblen Service mit dem Namen "Collect A Cup" in den Niederlanden ins Leben zu rufen, der die regelmäßige Sammlung von benutzten Kaffeebechern leistet. So können unsere Kaffeebecher in Zusammenarbeit mit dem niederländischen Entsorger RENEWI und der Papierfabrik WEPA zu neuem Papier und Karton recycelt werden. Für den Erfolg dieses Konzepts war der Anstoß der niederländischen Regierung und die detaillierte Analyse entscheidend. Es ist zudem zu erwarten, dass die Kaufkraft der Regierung zu einem gewünschten weiteren Wachstum der Verwendung von PLA-beschichteten heißen Bechern beitragen wird und dadurch der Ausbau umweltfreundlicherer Recycling-Systeme ermöglicht wird.

Die oben genannte Forschung wurde vom niederländischen Ministerium für Wirtschaft und Klimapolitik finanziert.

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